Accounting: Der Fachkräftemangel der uns egal sein kann.

Die Digitalisierung ist sozusagen „in full swing“ und oft wurden wir die letzten Monate gefragt ob es uns denn nicht leidtun würde, dass unsere Technologie die Arbeit von so vielen Menschen ersetzen wird. Zum einen ist die Annahme, dass Technologie Arbeit mittel und langfristig vernichtet unserer Ansicht nach falsch. Zum anderen ist die Realität im Bereich Accounting eine ganz andere. Das Schlagwort lautet nämlich nicht „Buchhalter ohne Jobs“ sondern schlicht und einfach Fachkräftemangel.

(Lesedauer 3 Minuten)

Auf den ersten Blick will man das nicht so recht glauben. Intuitiv würde man erwarten, dass Software-Entwickler, Mathematiker oder Physiker auf dem Arbeitsmarkt am stärksten nachgefragt werden. Diverse Studien zeigen aber; Buchalter, Treuhänder/Steuerberater und Controller rangieren in letzter Zeit immer auf den ersten Plätzen.

Hochbezahlte einfache Arbeit

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind für die Kosten der Buchhaltung gravierend. Oft höre ich, dass es sehr schwierig ist Leute z. Bsp. für die Kreditorenbuchhaltung zu finden. Also für jene Buchhaltungsarbeiten die repetitiv, rein verarbeitend und nicht gestaltend sind. Wie immer, wenn etwas Mangelware ist steigen natürlich auch die Preise.

Die Saläre, die da bisweilen bezahlt werden, so bekomme ich das von Treuhändern/Steuerberatern mit, sind teilweise durchaus vergleichbar mit jenen in der Software-Entwicklung. Dem gegenüber steht jedoch natürlich nicht dieselbe Ertragsmöglichkeiten im Business. Die Folge davon: Laufende, verarbeitende Buchhaltung wird trotz aller Automatisierung teurer und für Treuhänder/Steuerberater zum Minusgeschäft.

Antizipieren der technologischen Entwicklung als Preis-Treiber

Fragt man branchenfremde Personen ob es in Zukunft noch Buchhalter braucht, bekommt schnell die Antwort, dass dies in Zukunft alles eine Maschine machen werde. Das Dumme daran ist; die Realität sieht leider anders aus. Die Buchhaltungs-Software-Industrie ist träge, behäbig und satt und hat es bislang nicht geschafft, echte umfassende Paradigmenwechsel in der Art wie Buchhaltung gemacht wird zu erbringen. Der Grund warum das so ist, ist ganz einfach: Es gab null ökonomischen Zwang das zu tun.

Diese öffentliche Wahrnehmung des Berufsbildes führt dazu, dass viele Berufseinsteiger den Bereich Buchhaltung meiden. Das führt zum Fachkräftemangel und der wiederum dazu, dass die Saläre steigen, sich Kosten erhöhen und der ökonomische Zwang plötzlich entsteht. Dies wiederum erhöht den Druck auf die Technologieanbieter und schafft, wie in unserem Fall, exzellente Möglichkeiten im Markt.

“Ich lieb-hasse meinen Job”

Ich habe in den letzten 2 Jahren durch den Aufbau unserer Firmen mit Hunderten Buchhaltern und Steuerberatern sprechen dürfen und wenn ich etwas in Bezug auf das Verhältnis dieser Leute zu Ihrer Arbeit gelernt habe, dann das, dass die allermeisten eine Hass-Liebe zu einfachen buchhalterischen Arbeiten pflegen.

 

„Belege eingeben und kontrollieren, Kontoauszüge abstimmen macht mir einfach Riesen-Spaß.“

Zitat von „Niemandem, niemals“

 

Man hasst sie, weil es einfach mühsame und in sich sinnlose Arbeit ist. Man liebt sie, weil es ein solider Job ist und weil man das was daraus entsteht, die Abbildung der finanziellen Lage eines Unternehmens, die Ordnung, Klarheit und die Entscheidungsgrundlagen, die daraus entstehen liebt.

Es ist wie auf einer großen Karte zu finden wo man aktuell steht. DAS ist cool, das macht Spaß, weil es Orientierung schafft und den Weg weisen kann.

Buchhalter sind gewissenhafte Leute – sie verdienen ein Upgrade

Mit all den Gesprächen begann ich Buchhalter regelrecht zu mögen. Es sind sehr gewissenhafte, clevere Leute, welche sehr einsatzbereit sind. Fast alle in der verarbeitenden laufenden Buchhaltung wollen dort weg und sich Abschlüssen und gestalterischen oder kontrollierenden finanziellen Arbeiten widmen. Und sie verdienen dieses Upgrade.

Weg mit der banalen Arbeit

Ich denke die Zeit wird reif für diesen Paradigmenwechsel. Darum machen wir Parashift. Anfangs dachten wir, dass uns Treuhänder/Steuerberater und Buchhalter als Feinde oder Zerstörer wahrnehmen würden. Aber das Gegenteil ist der Fall; offener könnten die Arme gar nicht sein mit denen wir empfangen werden. Durchdringt man die Tendenzen im Markt versteht man auch schnell warum.

In den vielen Gesprächen mit zukünftigen Kunden, die wir führen durften, ist nicht die Rede davon, dass bestehende Leute entlassen werden. Im Gegenteil, wir sehen, dass durch den Einsatz unserer Technologie dieses Upgrades von banaler Arbeit hin zu höher qualifizierter Arbeit tatsächlich stattfindet. Das ist großartig und motiviert uns möglichst vehement, schnell und radikal vorzugehen.

Am Ende, so sieht es aus, ist das eine Entwicklung die nur Gewinner kennt. Und der Fachkräftemangel ist uns nicht nur egal – nein wir sind froh, dass es ihn gibt und weitergeben wird. Er sorgt mit dafür, dass wir unsere Vision von Buchhaltung, das Real-Time-Accounting, einfacher und schneller in den Markt bringen können.