Wenn wir jemandem Geld überweisen wollen, dann füllen wir wohl kaum einen Zettel aus und bringen ihn zu unserer Bank. Selbst bei einer Kontoeröffnung läuft vom KYC-Prozess bis zum Abschluss zunehmend mehr alles komplett digital ab. Wieso bringen wir dann bei Medikamentenbedarf ein (handgeschriebenes…) Rezept, das wir zuvor vom Arzt erhalten haben in die Apotheke? Dieser Ablauf ist in der heutigen Zeit und mit den digitalen Möglichkeiten nicht nur irgendwie lächerlich, sondern in Zeiten der Pandemie gerade auch für ältere Menschen und Risikopatienten unnötig gefährlich. Die Digitalisierung der medizinischen Rezepte ist längst überfällig und bringt erhebliche Vorteile nicht nur für Patienten, sondern für Ärzte, Apotheken und auch die Krankenkassen mit sich. Wie diese Transformation weg von den herkömmlichen hin zu digitalen Rezepten mit der intelligenten, KI-basierten OCR (Optical Character Recognition) gelingt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Im Gegensatz zum modernen Workflow in Bankgeschäften ist dieser im Gesundheitswesen einer aus der metaphorischen Steinzeit. Dieser Ablauf, in den Hauptrollen bestehend aus Arzt, Apotheke, Krankenkasse, Patient und natürlich dem medizinischen Rezept selbst, kommt ja nur schon in der Theorie ins Stocken. Gesellt sich gleichzeitig ein weiterer Faktor, beispielsweise in Form einer Pandemie hinzu, ist Schiffbruch. Um die Digitalisierung auch im Gesundheitswesen erfolgreich einzugliedern, sind medizinische Rezepte in digitaler Form eine innovative Notwendigkeit.

Der Ablauf rund um den Bezug von rezeptpflichtigen Medikamenten sollte für alle Beteiligten möglichst simpel sein, was vom Status quo nicht unbedingt gesagt werden kann. Das hat zu einem grossen Teil sicherlich damit zu tun, dass von der Ausstellung eines medizinischen Rezeptes durch den Arzt bis zum Erhalt des Medikamentes beim Patienten nicht nur zu viele Schritte involviert sind, sondern diese zusätzlich auf manueller Basis ablaufen. Vom klassischen Ausfüllen eines Rezeptes des Arztes über das Einreichen vom Patienten in der Apotheke inklusive Kontrolle der Apothekerin bis hin zur Überprüfung der Krankenkasse, ob denn eine Kostenübernahme in Frage kommt oder nicht, sind eindeutig zu viele manuelle Prozesse.

Um den Arzt zu entlasten und ihm die nötige Zeit mit dem Patienten (in der Praxis oder per Telemedizin) gewährleisten zu können, werden alle relevanten Daten auf einem medizinischen Rezept, darunter Personaldaten des Patienten, Daten des Arztes, Krankenkassennummer, Rezeptname, -nummer und -gültigkeit (und Dosierung, Packungsgrösse), sowie Anwendungsanweisungen mit einer OCR-Software automatisch extrahiert, was eine effiziente Verarbeitung zulässt. So können alle relevanten Daten des medizinischen Rezeptes direkt und schnell an Apotheken und Krankenkassen gesendet werden. Mitarbeiter in der Apotheke müssen keine Daten mehr manuell eingeben, keine Rezepte mehr prüfen oder bei unklaren (oder unlesbaren…) Daten gar der Praxis telefonieren. Automatisch wird das Rezept sicher online gespeichert, was gerade für Dauerrezepte von enormem Vorteil durch Einfachheit ist. Dank der intelligenten OCR können die medizinischen Rezepte auch von der zuständigen Krankenkasse praktisch in Echtzeit verarbeitet oder bei Unklarheiten überprüft werden. Hier spielt eine wesentliche Rolle logischerweise das Medikament selbst, welches je nachdem in jedem Fall von der Krankenkasse übernommen werden muss. Die Extraktion aller relevanter Daten des medizinischen Rezeptes durch die Software gibt also auch dem Patienten automatisch mehr Klarheit, ohne, dass er sich weiter darum kümmern müsste. Des Weiteren müssen rezeptpflichtige Medikamente nicht einmal mehr persönlich in der Apotheke abgeholt werden, sondern können auf Wunsch nach Hause geliefert werden. Das ist in der momentanen (und auch in einer zukünftigen) Situation mit der Corona-Pandemie ein essenzieller Faktor gerade für ältere Menschen im Allgemeinen, sowie Risikopatienten im Speziellen.

Die Punkte auf Patient, Arzt, Apotheke und Krankenkasse abgespeckt, sehen die Vorteile von digitalen medizinischen Rezepten mit Hilfe der intelligenten, KI-basierten OCR wie folgt aus:

  • Arzt: Mühsame und manuelle Prozessschritte in der Praxis sind Geschichte, medizinische Rezepte werden automatisch im System und damit mit der Patientenakte verknüpft, Folgerezepte können schnell und sicher (ohne Praxisbesuch) gewährleistet werden.
  • Apotheke: Weniger Bürokratie dank Wegfallen der manuellen Eingabe der Rezeptdaten. Sicherer, da direkt von behandelndem Arzt zugestellt. Bei Lieferfrist eines Medikaments kann der Patient automatisch informiert und gegebenenfalls an eine andere Apotheke weitergeleitet werden.
  • Krankenkasse: Automatische Kontrolle und Überprüfung, ob die Krankenkasse für die Kosten des Medikaments aufkommen muss. Falls nein, Meldung intern und dann an Patienten. Falls ja, schnelle Kostenvergütung an Patienten.
  • Patient: Weniger Aufwand durch Flexibilität, schnell und sicher. Keine Papierrezepte mehr, die verloren gehen können oder unlesbar sind.

Vom zukunftsorientierten medizinischen Rezept auf Basis der intelligenten, KI-basierten OCR profitieren somit alle der im Ablauf Involvierten, vom Arzt über die Apotheke und die Krankenkasse bis hin zum Patienten selbst, erheblich.